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Ein ehemaliges Observatorium als Panoptikum der Einsamkeit: Edward
Careys gefeiertes Romandebüt ist eine hinreißende Tragikomödie voller
skurriler Figuren und Begebenheiten.
Der Straßenkünstler Francis Orme versucht, das Mysterium der Liebe zu
ergründen, indem er sich der Gegenstände bemächtigt, die seinen
Mitmenschen am Herzen liegen. Am Tage steht er als lebendes Standbild
bewegungslos im Zentrum seiner Heimatstadt, die Abende widmet er seiner
»Ausstellung der Liebe«, die er fein säuberlich katalogisiert im Keller
eines abbruchreifen Observatoriums versteckt hat. Einst Familiensitz
der Ormes, ist das Observatorium heute ein Mietshaus mit reichlich
exzentrischen Bewohnern. In Wohnung Nr. 10 wohnt der immerfort weinende
Peter Bugg, der von den Erinnerungen an seine Zeit als Studienrat
heimgesucht wird. In Nr. 16 lebt die fernsehsüchtige Claire Higgs, die
zwischen Fiktion und Realität nicht mehr zu unterscheiden vermag und
Trauer trägt, wenn in einer Seifenoper jemand das Zeitliche segnet. Die
Dame aus Nr. 20 hält sich für einen Hund, bevorzugt dieselbe Kost wie
ihre vermeintlichen Artgenossen und trägt ein Halsband. Isoliert von
der Außenwelt vegetieren die Mieter des Observatoriums einsam vor sich
hin, bis eines Tages die halbblinde Anna Tapp in Wohnung Nr. 18
einzieht. |
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