Ein junges Paar ohne Zukunft, ein Reihenhaus voller Designermöbel,
ein Verkehrsunfall mit fast tödlichem Ausgang: Christian Bernhardts
Debütroman ist eine literarische Erkundung der Gegenwart, minutiös
beobachtet und kunstvoll erzählt.
Ein Mann und seine Lebensgefährtin, beide beruflich erfolgreich
und kinderlos, werden Opfer eines Autounfalls. Während sie im Koma
liegt, wird ihr Begleiter schon nach wenigen Tagen aus dem Krankenhaus
entlassen. Zurück im gemeinsamen Reihenhaus, versucht er, den genauen
Unfallhergang zu rekonstruieren. Aber seine Anstrengungen laufen ins
Leere, er kann sich an nichts Genaues erinnern. Ihm bleibt nur, nach
Ankündigungen und Vorzeichen des Geschehenen zu suchen. Hatte sie
nicht kurz vor dem Unfall ein Angebot von einer Firma in einer anderen
Stadt erhalten? Wem gehörte die fremde Zahnpastatube, die er am
Abend vor dem Unfall im Badezimmer fand? Und warum hatte er darauf bestanden,
den Wagen zu fahren, obgleich er völlig übermüdet war?
Sprachmächtig und mit verstörender Konsequenz beschreibt Christian
Bernhardt eine namen- und ortlose Wirklichkeit, eine Transitlandschaft,
die aus Autobahnen, Reihenhäusern und Bürostädten besteht.
»tagelang« erzählt von der Orientierungslosigkeit der
Menschen in einer Welt, in der ihr Wunsch nach Individualität konfrontiert
wird mit einer zunehmend austauschbaren Realität. |