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Wenn man dieses Buch aufschlägt und ihn zur Tür hereinlässt, ist es um einen geschehen.
Denn vor Stehle gibt es kein Entkommen. Andreas Münzners neuer Roman ist die doppelbödige
Geschichte einer Provokation, einer schleichenden Landnahme. Eine Lektüre auf
dünnem Eis, voll absurder Komik und hintergründigem Ernst.
Als Robert und seine Mitbewohner einen Raum in ihrer WG vermieten wollen, kommt der bescheidene
Einzelgänger Stehle auf den ersten Blick gerade recht. Er ist hilfsbereit,
ordentlich, ein wenig
seltsam vielleicht, aber liebenswert. Doch mit Stehle hält unmerklich noch etwas anderes Einzug,
etwas subtil Bedrohliches, eine stille Zerstörungskraft. Erst verschwinden
Kleidungsstücke, dann
erfolgen Übergriffe auf Roberts Computer, und manchmal machen es sich wildfremde Besucher in
der Wohnung bequem. Langsam bemächtigt sich Stehle des Alltags der anderen mit scheinbar
unbekümmerten, aber immer dreisteren Grenzüberschreitungen. Roberts schön geordnetes Leben
löst sich mehr und mehr in Chaos auf: die Wohngemeinschaft zerbricht, sein Arbeitsplatz geht
verloren und schließlich verbündet sich auch die Freundin mit Stehle…
Mit einem meisterhaften Sprachsog der Beiläufigkeit beschwört Andreas Münzner die Geschichte
einer grotesken Eskalation. Er liefert den Leser an eine aberwitzige literarische Figur aus, einen
Fabulierkünstler, Hochstapler und schillernden Sonderling, den man einfach gernhaben muss –
solange er nicht vor der eigenen Wohnungstür steht. |
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